Dr. Christian A. Caroli – د. كْرِسْتْيَان أ. كَارُلِي
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Eine kurze Einführung in die Chronographie

Ch. A. Caroli: Eine kurze Einführung in die Chronographie; in: M. Badawi / Ch. A. Caroli (Hrg.): As-Sabil Sammelbände für Kulturpluralismus; Bd. 1: Europa und der Islam, Konstanz 2007, S. 213-229.

 

Überblick

١٤ من ربيع الأول ١٤٢٦ هـ – ٢٣ أبريل (نيسان) ٢٠٠٥ – ١٥ برمودة ١٧٢١

14 min Rabī‹ al-Awwal 1426 a.H. – 23. April (Nīsān) 2005 – 15. Barmūda 1721
 

Die obigen Angaben entstammen aus der Kopfzeile der Al-Ahram des 23.04.2005. Sie können in entsprechender Anpassung an das jeweilige Datum in jeder anderen Ausgabe dieser Zeitung, aber auch bei vielen anderen ägyptischen Zeitungen gelesen werden. Für einen westlichen Betrachter mag dies ungewöhnlich und verwirrend erscheinen (falls er überhaupt der arabischen Schrift mächtig ist), denn er ist es gewohnt, daß es einen einzigen allgemeingültigen Kalender gibt, an dem sich alle ausrichten. Dieser Zustand ist jedoch z.B. aus historischer Sicht als das Ergebnis eines äußerst langen Entwicklungsprozesses zu betrachten, bei dem einerseits die Vormacht des Römischen Reiches und die Ausbreitung des Christentums und andererseits die Entstehung der Modernen Welt unter Dominanz der westlichen Traditionen, in der die räumlichen Distanzen immer weiter abgebaut und die weltweiten Vernetzungen immer komplexer wurden, eine wesentliche Rolle spielten.

So war es z.B. in der Antike üblich, daß jede Gesellschaft ihren eigenen Kalender mit eigenen Monatsnamen und Jahreszählungen besaß, bisweilen sogar neben einem bürgerlichen Kalender noch einen eigenen Sakralkalender oder einen Verwaltungskalender. Bei den Griechen z.B. pflegten viele Stadtstaaten einen eigenen Kalender mit eigenen Monatsnamen zu besitzen, so daß A. E. Samuel in seinem Überblick unter dem Abschnitt Greek Civil Calendars[1] 96 verschiedene Stadtstaaten bzw. Regionen mit eigenen Kalendern anführt, von denen manche sich noch in Unterbereiche mit eigenen Kalendern aufteilen.

Aber auch die heutige christliche Gesellschaft Europas basiert auf mehreren Kalendern, die heutzutage jedoch lediglich nur noch bei der Festtagsberechnung (primär Ostern) überhaupt noch eine Rolle spielen.

Die Aufgabe dieses Aufsatzes besteht nun darin, einerseits die Grundlagen der Zeitrechnung im allgemeinen zu erläutern und andererseits die wesentlichen Kalender der arabischen und westlichen Welt zu erklären.

 

Gliederung

1. Die astronomischen Grundlagen der Chronographie

1.1. Der Tag

1.2. Das tropische Jahr

1.3. Der synodische Monat

2. Die Erstellung von Kalendern

2.1. Der Mondkalender

2.2. Der Sonnenkalender

2.3. Die Woche

2.4. Die Jahreszählung

3. Die Kalender

3.1. Der ägyptische (koptische) Kalender

3.2. Der julianische und gregorianische Kalender

3.3. Der babylonische Kalender und seine Nachfolger

3.4. Der christliche Festzyklus

3.5. Der islamische Kalender

4. Literaturverzeichnis

 

 
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